Sex und Lockdown

Dass die Pandemie uns vor viele Herausforderung stellt, ist unumstritten.
Derzeit wird viel diskutiert: über Freiheit und Grundrecht, Kinderbetreuung und Schule, Homeoffice und Meditation und und und.

Mir ist ein Bereich unseres Lebens aber in diesem Zusammenhang öffentlich noch gar nicht begegnet: der Einfluss auf unser Sex-Leben!

Wie ich darauf komme ist ganz einfach. Kontaktbeschränkungen und die fehlende Möglichkeit viele Menschen ungezwungen zu treffen, sei es beim Sport oder im Club, bringen uns dazu die Möglichkeit der Begegnung virtuell zu nutzen.

Und auf den Online-Dating Plattformen geht es mega ab!

Tatsächlich suchen Menschen extra dafür einander, den Lockdown romantisch zu Zweit zu verbringen. Klar, wir wollen nicht alleine sein. Wir wünschen uns jemanden zum Kuscheln, während wir Netflix gucken und, wo wir schon dabei sind: “Netflix and chill”, also gerne jemanden fürs Bett!

Mir sind Menschen begegnet,die zugeben, dass der erste Lockdown ihre Beziehung gekillt hätte. Zu viel Nähe kann schnell zu viel sein. Auf der anderen Seite, wenn uns so viel Möglichkeit zur Freizeitgestaltung nicht bleibt, bleibt immer noch viel Zeit für Intimität in den eigenen vier Wänden.  Dass der schnelle Kick und die Entspannung einfach mit Pornos und Selbstbefriedigung geholt wird, ist auch so eine Wahrheit, über die niemand redet. Und dass uns Begegnungen und vor allem Berührungen von echten Menschen fehlen, würde wohl jeder zugeben.

Da frage ich mich, wie es denn um unser Sex-Leben steht?
Was ist mit Qualität und Nachhaltigkeit?

Überall lesen wir, dass es super sei, die Zeit zur inneren Einkehr und spirituellen Erfahrungen zu nutzen. Wie gut doch Meditation zur geistigen Gesundheit beträgt. Wie angesagt es ist, selbst zu Kochen, anstatt im Restaurant zu essen und das bitte bio natürlich! Also, warum nicht alle diese Aufforderungen für ein gesundes Leben auch auf Sex übertragen? Und damit meine ich nicht nur Kondome aus fair-gehandeltem Kautschuk zu verwenden.

Ich meine mehr!

Als erstes: die Auseinandersetzung mit mir selbst. Ungeschont selbst zu reflektieren, was meine Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen sind und warum.

Zweitens: mutig die gelebte Realität anzuschauen und sich einzugestehen, wie es tatsächlich läuft und ich mich selbst begrenze.

Drittens: die Fähigkeit (wieder) zu entdecken, mich meinem Gegenüber zu öffnen, hinzugeben, mich fallen zu lassen und gleichzeitig auch dich zu halten. Die Fähigkeit, sich gemeinsam behutsam vor zu tasten in den Raum der Möglichkeiten, in dem wir Wertschätzung, Vertrauen und eine nährende Nähe erfahren können.

Schon mal was von Slow-Sex gehört?

Wann kamst du dir das letzte Mal richtig sexy vor?

Wann hast du dich das letzte schick gemacht, weil du dich selber heiß findest und Lust auf jemanden hast?

Wünscht dir nicht auch, es  mal wieder richtig zu machen, als mit deiner eigenen Hand?

Mach dich auf die spannende Suche nach Erkenntnissen, neuen Möglichkeiten und Abenteuern, um das Leben zu feiern, dass dir geschenkt wurde!

Nutze die Zeit in Ruhe zu Hause sein zu dürfen und lass die Lebenslust in dir wach werden!

Denk nicht quer – fühle weit!

Deine Tamara

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